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Internationaler Austausch über politische Strategien zur Förderung Erneuerbarer Energien
RegioNER Preis für innovative Projekte mit Erneuerbaren Energien am Oberrhein verliehen
Am Dienstag, 27. März 2007 fand im Parc Expo in Mulhouse das RegioNER Kommunalforum statt. Über 50 oberrheinische Kommunalvertreter diskutierten mit internationalen Referenten Ansätze und Strategien zur Förderung Erneuerbarer Energien. Dabei fand ein intensiver Austausch der drei Nachbarregionen untereinander sowie mit anderen erfolgreichen europäischen Regionen statt. Im Rahmen der Veranstaltung wurde der RegioNER Preis 2007, ein Preis für regional angesiedelte nachhaltige Energieprojekte mit innovativen Finanzierungsansätzen verliehen.
Ausgezeichnet wurden drei Projekte aus der Oberrheinregion. Den deutschen Preis erhielt die Projektgruppe Bau-Energie-Umwelt (BEU) aus Oppenheim, die in Ramsbach eine von Waldbesitzern und Bürgern finanzierte Holzhackschnitzelheizanlage realisierte, was einen langen Prozess der Überzeugungsarbeit gegenüber der Gemeinde erforderte. In der Schweiz gewann die Biopower Nordwestschweiz aus Liestal mit einer "Bioklappe" zur Sammlung von Bioabfällen aus privaten Haushalten. In der Schweiz ist die Sammlung von Bioabfällen erst sehr wenig verbreitet. Das Finanzierungskonzept sieht vor, dass die Bürger pro Eimer Abfall an der automatisierten Bioklappe eine Gebühr von 1,20 Franken bezahlen, die die Kosten für Müllbeutel, Leerung, Transport und Verwertung in der Biogasanlage Pratteln deckt. Für Frankreich wurde der Verein "Energie citoyennes de la Weiss" geehrt, der mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach eines Museums das erste Bürgerbeteiligungsprojekt im Bereich der Erneuerbaren Energien im Elsass realisierte. Der Verein hatte erhebliche rechtliche und administrative Schwierigkeiten zu überwinden und setzte das Vorhaben noch vor der Erhöhung der gesetzlichen Einspeisetarife um. Das Projekt dient jetzt als Referenzobjekt und bringt gleichzeitig den Museumsbesuchern die Nutzung Erneuerbarer Energien näher. Ausgewählt wurden die Projekte von einer trinationalen Jury mit Mitgliedern aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz. Preis ist je ein Kunstwerk des Freiburger Künstlers Michael Bögle, das farblich und symbolisch auf die Elemente sowie auf Technologien der Erneuerbaren Energien anspielt.
Im Rahmen der Veranstaltung erläuterten Experten und Praktiker anderer europäischer Regionen ihre erfolgreichen politischen Strategien. So berichtet Carl-Olof Bengtsson, Bürgermeister A.D. der Vorzeigekommune Växjö in Schweden über den Weg zur CO2-neutralen Stadt. "Im Jahr 1995 haben wir beschlossen, unserer Kommune frei von fossilen Energien zu machen", erklärt Bengtsson. "Wir sind auf einem guten Weg, bis 2010 werden wir den CO2-Ausstoß um 50 % reduziert haben."
Die Veranstaltung fand im Rahmen der "Rencontres énergivie 2007" statt, einer französischen Konferenz zum Thema Erneuerbare Energie und Energieeffizienz. Auch das fördert die Vernetzung der Akteure am Oberrhein. Das Kommunalforum und die Preisverleihung sind Baustein des trinationalen Projektes RegioNER, das von der Europäischen Union im Rahmen des INTERREG-Programms gefördert wird.
Im Bereich der Erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz hat die Oberrheinregion eine Vorreiterrolle in Europa. Gleichwohl können andere Europäische Regionen mit anderen Strategien und Ansätzen ebenfalls Erfolge vorweisen. "Das Kommunalforum ist ein zentraler Baustein unseres Projektes RegioNER", erklärt Geschäftsführer von Mitveranstalter forseo Volker Krauth. "Es zeigt den Kommunen der trinationalen Oberrheinregion neue Arbeitsansätze für eine nachhaltige Energiestrategie auf und wie so etwas finanzierbar ist."
Durch Energieeinsparung, Energieeffizienzsteigerung und die Nutzung erneuerbarer Energiequellen können Kommunen einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz und zur Verbesserung der Luftqualität leisten. Gleichzeitig ermöglichen diese Maßnahmen ihnen aber auch eine Entlastung ihrer angespannten Haushaltslage. Der Aufbau einer nachhaltigen und dezentralen Energieversorgung vor Ort schafft neue Arbeitsplätze und Einkommensquellen.
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